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von -jl- am Jun.29, 2010, unter Intern, foto
Ein schlankes und schönes Portfolio ersetzt jetzt die bisherigen Fotoseiten auf scherbenreich. Das macht nicht nur alles ein wenig übersichtlicher, es hebt auch Janas Bildarbeiten ein wenig heraus. Das wurde auch Zeit.
Heimataerde bringt eine eigene Pflegeserie.
von -jl- am Apr.27, 2010, unter Kunst, Medien, Musik, werbung
Sicher haben einige die Werbung in den Schattenmagazinen gesehen. Das Kettenhemdindustrial Projekt “Heimataerde” wirbt seit neuestem mit oder für eine Pflegeserie. Ja, ich habe es zunächst auch für einen Witz gehalten, aber seit dem heutigen Tag liegt mir eine Probepackung Heimataerde aus der “Unwesen Beautyrange” vor. Das ist nicht ohne Humor aber zur allgmeinen Überraschung steckt da offenbar ein gewisser Ernst drin. Schließlich wird wohl jeder unterschreiben können, dass die sonnenlichtfeindlichen Szenegänger häufig eine bessere Hautpflege gebrauchen könnten. Bevor ich aber, wie es sicher morgen alle tun werden, darüber sinniere was für einen Sinn es macht Pflegeprodukte unter diesem Label auf den Markt zu bringen, habe ich beschlossen das Produkt einfach mal auszuprobieren und aufzuschreiben was es ist und was es tut.
Das mir vorliegende Päckchen ist offenbar das Kernprodukt der Unwesen Serie und hat nennt sich Heimataerde. Das Zeug kommt in einer 200 Gramm schweren Packung aus tiefschwarzen, teil-lackierten Karton daher. Alleine die Oberfläche der Verpackung fühlt sich wertig und edel an. Auf der Vorderseite ist in lackiertem Prägedruck das Projekt Logo mit dem untoten Kreuzritter aufgebracht. Diese wirklich schicke Verpackung enthält neben einem Begleittext in Deutsch, Latein und Aramäisch (!) eine Papiertüte mit einem braunen Staub, der irgendwie angenehm nach frischer Erde riecht. Die Anleitung sieht vor die “Heimataerde” mit Wasser anzurühren und mit einem Pinsel als Gesichtsmaske aufzutragen. Das probiere ich aus.
Die Erde ist hauchfein und staubtrocken. Mit einer kleinen Menge Wasser vermengt, ergibt sich ein äußerst feiner, geliger Schlamm, den ich wie man auf den Fotos sehen kann, als Maske aufgetragen habe. Die Augenpartie solle man aussparen sagt die Anleitung. Unabhängig jeglicher anderer Wirkung sieht man nach dem auftragen mächtig untot aus. Als Einwirkungsdauer wird der Trocknungsprozess angesetzt. Während der Trocknung beginnt die langsam erstarrende Maske zu spannen, die Haut darunter fühlt sich angenehm kühl an. Nach etwa 15 Minuten wasche ich die mittlerweile trockene Masse mit warmen Wasser vom Gesicht.
In der Tat fühlt sich das gesamte Gesicht nach der Behandlung angenehm sauber an. Ich habe den Eindruck, das die Maske überschüssigen Talg aus den Poren zieht, kleine Unreinheiten waren nach der Behandlung verschwunden. Ich konnte zwar eine leicht trockene Haut feststellen, aber meine Gesicht blieb frei von Rötungen und Reizungen. Inwieweit das jetzt unsterblich macht weiß ich nicht. Ich halte jede Spekulation in dieser Richtung für zweifelhaft und unseriös. Unseriös ist Produkt als solches jedoch nicht. Heimataerde setzt auf natürlichen Ravensburger Lössboden und drückt etwas Altem und Bewährten ein modernes Label auf. Ich bin gespannt auf den Rest der Serie und überlasse jede etwaige Diskussion über “Ausverkauf” und sonstiger Idiotie anderen. Daumen hoch, Ash!
Süßes oder Saures?! Erfahrungsbericht.
von Jana am Oct.31, 2009, unter Nahrung, Sonstiges
Jörg und ich saßen heute, am 31.10.2009 zu Haus, erledigten noch Dies und Das, bevor zumindest ich zum nichts tun übergehen wollte, da klingelte es das erste mal an der Tür. Jörg stand auf und fragte ein “Hallo?” in die Gegensprechanlage. “Süßes oder Saures” plärrte es dort heraus. Regungslos legte er wieder auf. Ich sagte Ihm, dass ich das eigentlich ganz niedlich finde, wenn kleine Monsterchen durch die Straße laufen, was er zum Anlass nahm, zum nächstgelegenen Supermarkt zu laufen, um Leckereien für die kleinen Dämonen zu besorgen, die ich doch so gern sehen wollte.
Nach ein par Minuten schon kam er wieder. Ohne Zuckerware. Der Markt war zu. Weil ich aber so ungern kleine niedliche Kinderlein entäuschen wollte, dass hatten wir nämlich in den Jahren zuvor schon immer getan, beschloss ich mich auf den Weg zum dem Supermarkt zu machen der zwar weiter weg war, aber länger geöffnet hatte.
Nachdem ich mich endlich für überteuerte Mininappos und eine große Schachtel Haribozeugs entschieden hatte, lief ich in voller Vorfreude auf kleine Hexen und Zauberer wieder nach Hause.
Es dauerte nicht lang, da klingelte es tatsächlich an der Tür. Jörg ging wieder hin. Diesmal mit einem einladendenderen “Hallooo?” Niemand meldete sich. Jörg legte auf. Schade, dachte ich mir, aber da klingelte es direkt wieder. Wieder meldete sich niemand an der Tür. Ich ging dann einfach mal von einem technischen Defekt aus und bat Ihn einfach aufzudrücken. Wir öffneten die Wohnungstür und da war es wieder: “Süßes oder Saures?!” Wir brachten also die Süßigkeiten in Position und schrien durch den Hausflur, dass sie ganz nach oben müssten. Jörg legte sich mit der Kamera auf die Lauer, zum Zweck der Dokumentation.
Als ich sah, was da die Treppe hinauf kam, war zunächst nur enttäuscht. Ein Junge, etwa 13, vielleicht sogar 14 kam mit einer Plastiktüte und seinen, ich nahm mal an Brüdern, die Treppe hoch. Alle unverkleidet. Ich fragte nach den Kostümen, Süßes gäbe es heute nur für kleine Monster. “Hab isch nisch, isch hab heut Geburstag” war etwa der Orginalton des Jungen mit der Tüte, den zurückgegelten Haaren und der braunen Lederjacke. Jörg zog sich bei diesen Worten mit der Kamera wieder zurück.
Ok, dachte ich mir “ausnahmsweise” murmelnd und versuchend meine Enttäuschung zu überspielen.
Der Junge griff sich ein par Nappos aus der Schüssel, sagte dann ” isch nem auch noch ein paar davon” und griff wieder nach den Nappos. Egal, dachte ich, der hat eben ein sehr schlechtes Kurzzeitgedächtnis. Als der Junge mit seinen weniger greiflustigen Kumpanen im Hintergrund den Rückzug begann, schickte ich mich an wieder in die Wohnung zu gehen. Vom schließen der Tür hielt mich nur der Satz den der Junge doch noch nach schob ab, ein Satz der seine dümmliche Unverschämtheit so auf den Gipfel trieb, dass es mir die Sprache verschlug: “Was ist denn eigentlisch mit Geld?” Wie selbstverständlich war “Ja klar!” seine Antwort auf meine Frage der Ernsthaftigkeit seiner Forderung. Meine Aufforderung das Haus zu verlassen war druckvoll.
Was soll man davon halten? Wer hält sowas für normales Verhalten? Wie sehen die Eltern von so einem Kind aus? Sowas macht mich dummerweise nicht nur wütend, sondern in erster Linie irgendwie betroffen.
ASP, das WGT und die Faschisten.
von jl am Jun.18, 2009, unter Festival, Medien, Politik
Ich bin kein Freund von ASP. Das liegt nicht nicht an den Leuten, von denen man viel nettes hört, sondern an dieser furchtbaren Musik. Nicht, dass ich das handwerklich kritisieren könnte, die machen das sicher alles richtig, aber es ist einfach nicht meins. Diese Finsterkapelle ASP hat am 11. Juni etwas getan, das ich als so richtig, so notwendig und so unterstützenswert halte, dass ich mir jetzt fast eine Platte von denen kaufen würde, nur um sie an bedürftige Junggothen zu verschenken. ASP hat mit einem offenem Brief eine Position bezogen. Eine solide, vernünftige, aufrechte Position die mir so sehr entspricht, dass ich mich gerne dahinter stelle. In einem offenen Brief an die Treffen & Festspielgesellschaft für Mitteldeutschland mbH schreibt ASP:
“[...]Natürlich wird in Fachkreisen diskutiert, ob und welche Ursprünge speziell auch das von Ihnen abgebildete Symbol in der älteren Geschichte hat, aber die Herkunft der auf der “Obsorgekarte” dargestellten Version ist leider eindeutig:
Es handelt es sich zweifelsfrei um eine spezielle, charakteristische Darstellung mit 12 Sieg-Runen, die – allen recherchierbaren seriösen wissenschaftlichen Erkenntnissen nach – zum ersten mal in der von Heinrich Himmler dahingehend umgebauten Wewelsburg (“SS-Schule Haus Wewelsburg”) auftauchte. In der Gegenwart wird das Symbol in dieser speziellen Art von neofaschistischen Gruppierungen als Erkennungszeichen verwendet.”
Wer, wie ich, nicht dort war und sich nicht mit dieser “Obsorgekarte” in öffentlichen Verkehrsmitteln ausweisen musste [Edit nach Hinweis von Kleine Welle, siehe unten] wird diese Abbildung links lieben: Eine schwarze Sonne!
Natürlich hat ASP recht wenn sie sagen, dass sie damit nicht in Verbindung gebracht werden wollen: Ich will es auch nicht! Auch ich will nicht als Besucher, als Künstler, als Journalist mit grenzdebiler fascho-koketiererei in Verbindung gebracht werden. Am 16. Juni bezogen Verantwortliche, nicht aber die Gesellschaft zum offenen Brief des ASP Stellung und die Begründung des Einsatzes der schwarzen Sonne ist haarsträubender als erwartet:
“Hallo, wir haben bei den WGT Layouts immer einen historischen Bezug eingearbeitet – in diesem Jahr die Hermannsschlacht auch Schlacht im Teutoburger Wald genannt, die sich zum 2.000sten Male jährt.”
Die Hermannsschlacht? Wie konnte ich das nur vergessen!? Die Germanen die unter dem Banner von Himmlers zwölf Siegrunen die Varus Legionen bezwungen! Dieser Zusammenhang wäre mir alleine niemals aufgefallen! Kameraden der Treffen & Festspielgesellschaft für Mitteldeutschland mbH: Respekt! Mit deratiger Kreativität habe ich nicht gerechnet. Großer Gott, fragt 1000 Deutsche nach dem Zusammenhang zwischen der Varusschlacht und der schwarzen Sonne und ihr werdet feststellen, dass die ähnlich ratlos schauen werden wie ich. Gesetzt dem Fall dieses Konstrukt wäre irgendwie stichhaltig, niemand versteht das. Auf der Obsorgekarte ist eine schwarze Sonne und die hat in keinem relevanten Zusammenhang irgendwas mit der Varussschlacht zu tun! Schlimmer noch: Man nimmt es offenbar billigend in kauf, ein neofaschistisches Symbol auf Eintrittskarten zu drucken, während es eine Vielzahl anderer Symbole gibt die man im Varuszusammenhang zeigen könnte. Warum sollte es notwendig sein, ein im höchsten Maße negativ behaftetes Symbol zu verwenden, wenn es doch so viele andere Methoden des esoterischen Yada-Yadas gibt? Ich erkenne keine Notwendigkeit überhaupt irgendwelchen Panastralen germanischen Unfug zu nutzen: Wir sprechen vom Wave Gothik Treffen. Nicht von einer Zusammenkunft der Heimatforschenden Esoterik Gemeinde. Die darf sich gerne auch dort versammeln , ich bin da offen und schmerzfrei, aber ich sehe da auch und zu weiten Teilen die großartigen Fraktionen Cybergothic, Industrial, Dark Electro, Techno, Electronic Body Music, Post-Punk und so weiter und so fort. Das WGT ist keine Esoterikmesse, sondern weltweiter Sammelpunkt kultureller Abweichler. Es ist seit vielen Jahren viel mehr als Darkwave und schwarze Messen, sondern eine Marktplatz kluger, vielfältiger Menschen, die den kulturellen Mainstream nicht akzetpieren wollen und können.
Wenn Symbole wie die schwarze Sonne an einer prominenten Stelle auftauchen, dann hat das einen Grund, denn es ist unglaubwürdig, das man im Marketinggeschäft die Risiken der wahrscheinlichen Diskussion in den Wind schlägt. Die Veranstalter wissen von den möglichen Implikationen und nehmen sie billigend in kauf. Wer das tut will nicht nur provozieren, wer das tut möchte mit faschistoiden Symbolen die Subkultur penetrieren, Himmlers Symbolik Salonfähig machen oder einfach selber Stellung beziehen. Sven Borges und Mike Schorler distanzieren sich in ihrer Stellungnahme zum ASP Brief nicht einmal von derartigen Möglichkeiten der Interpretation, so heisst in ihrem Brief lediglich:
“Das offizielle Erscheinungsbild des Treffens ist prinzipiell frei von eindimensionaler Verwendung von Erkennungszeichen, welcher Herkunft auch immer.”
Eindimensional? Daraus lese ich, dass man damit also nicht nur das “Innere Licht” der Germanen meint. Eine andere Bedeutung, z.B. jene aus der Wewelsburg, Nähe KZ Sachsenhausen, umgabaut durch Zwangsarbeiter des KZ Sachsenhausen, später ausgestattet mit einem eigenen Gefangenenlager, KZ Niederhagen/Wewelsburg, scheint folglich den Veranstaltern auch akzeptabel zu sein. Wenigstens wird das Gegenteil nicht behauptet. Die Aussage
“[...]keiner von uns Kulturschaffenden hat in irgendeiner Weise das Ansinnen, mit der Veranstaltung WGT politische Ziele zu verfolgen.”
kann man in diesem Zusammenhang nur mit Mühe als glaubwürdig betrachten. Auch die Tatsache, dass das Symbol nur auf den “Obsorge-”, nicht aber auf den Eintrittskarten sichtbar ist, beruhigt nicht. Wenn auch nur ein Drittel der Besucher diese Karte hatte ist das zu viel. Es ist kein Prädikat, wenn eine Veranstaltung nur ein wenig faschistoid anmutet. Wir können diese Diskussion gar nicht gebrauchen. Die Antwort der geschätzten Kollegen von ASP ist vollständig, vernünftig und richtig und ich will sie hier so stehen lassen:
“Lieber Sven, lieber Mike,
vielen Dank für Eure Antwort auf unseren offenen Brief. Mit Bedauern haben wir feststellen müssen, dass nicht die Treffen & Festspielgesellschaft für Mitteldeutschland mbH, also die Veranstalter des Wave-Gotik-Treffens, und damit die für das Erscheinungsbild der Veranstaltung Verantwortlichen unterzeichnet haben.
Auch danken wir Euch für das Statement “mit der Veranstaltung WGT keine politischen Ziele zu verfolgen”. Dennoch sind wir der Meinung, dass die politischen Mehrdeutigkeiten damit nicht aus dem Weg geräumt werden konnten. Unsere Frage, warum das – unserer Meinung nach hochpolitisch belastete – Symbol der “Schwarzen Sonne” benutzt wurde, wurde leider nicht beantwortet. Es existiert keine historische Verbindung zwischen der erwähnten “Herrmannsschlacht” und dem Symbol. Im Gegenteil: bedauernswerterweise ist nur darin eine Verbindung erkennbar, dass beide Themen in neofaschistischen Gruppierungen einen hohen Stellenwert einnehmen.
Wir hatten eine klare Stellungnahme der Treffen & Festspielgesellschaft für Mitteldeutschland mbH erwartet. Zunächst unabhängig davon, ob die Benutzung des politisch brisanten Motivs aus Unkenntnis, mangelnder Recherche, aus Versehen, aus Provokation zu Marketingzwecken, in voller politischer Absicht oder aus einem anderen Grund geschah.
Solange wir von den Verantwortlichen darüber keine klare Aussage erhalten, müssen wir Euch mit Bedauern mitteilen, dass wir in Zukunft weder als Besucher auf dem Wave-Gotik-Treffen zu Gast sein werden, noch als Teil des Musikprogramms dort zur Verfügung stehen werden.
Die Band ASP”
Reportagen und Konzerte
von Jana am Jun.17, 2009, unter Intern, Konzerte, Musik, foto, video
Was Bilder betrifft, war das Vorhaben eigentlich eindeutig und einfach: Scherbenreich soll keine riesengroßen Mengen an Bildgallerien mehr beinhalten. Es sollte portfolioähnlich sein.
Kein Kategorienwust mehr und Übersichtlichkeit war geplant. Soweit hat sich das Konzept auch bewehrt. Bis zum letzten Samstag an dem X-Divide in Bonn Ihr Video zu dem Song “Forever” drehten, bei dem auch Straftanz dabei waren. Dort sind eine ganze Menge Bilder entstanden die natürlich auch alle Beteiligten sehen wollten. Wir haben uns also Gedanken gemacht. Lade ich das ganze auf Myspace hoch und ärgere mich dann anschließend über die absolut miese Qualität die dort beim runterkompremieren der Bilder entsteht? Verschicke ich alle Bilder an jeden der sie will per E-mail? Oder machen wir doch noch eine neue Sektion für solche Gelegenheiten auf? Wir haben uns für einen neuen Bereich entschieden, der zukünftig Bilder von eben solchen Events, Festivals, Konzerten etc, beinhalten wird.
Reportage / Concerts heißt das Kind. Was wir genau tun um das ganze so übersichtlich wie möglich zu gestalten wissen wir noch nicht endgültig, aber uns fällt sicher was ein!
Hier findet Ihr die Bilder die für das ganze verantwortlich sind.
Nicht sperren. Löschen! Jetzt!
von -jl- am May.28, 2009, unter Politik
So, bald ist Europawahl, da darf ich ein wenig politisieren.
Ich bin Gegner der sogenannten Kinderpornosperren, weil ich sie in sich für zweckfremd, wirkungslos, zynisch und die Art der Ausführung des Gesetzes für kaum Verfassungskonform halte. Daher habe ich, wie über 100000 andere Bürger auch, eine Petition gegen dieses Gesetz unterschrieben. Die Idee, ohne einen richterlichen Vorbehalt und ohne öffentliche Kontrolle Webseiten sperren zu können, verwässert die staatliche Gewaltenteilung. Das Gesetz hilft auch den Opfern nicht, ihr Leid wird hinter einer DNS Umleitung versteckt, die Täter werden nicht ihrer gerechten Straft zugeführt. Dass DNS Sperren, wie sie derzeit geplant sind, unfassbar leicht zu umgehen sind, ist für mich dabei nur noch ein widerliches Beiwerk, obwohl das Loggen der Zugriffe auf die Stoppseiten zu anderen ekelhaften Implikationen führt: Während die Gefahr besteht, dass unschuldige Nutzer, die durch einen, in böser Absicht, gesetzten Link gegen ihren Willen auf einer Stopp Seite landen und dort als potentieller Kinderschänder gespeichert werden, navigieren die tatsächlichen Schweine mit einem ausländischen DNS Server an den Stopps vorbei, laden den Schmutz herunter und werden niemals gefunden.
Die unerträgliche Unsinnigkeit des ganzen Unterfanges wird nun aber vom Netz Aktivisten und Künstler Alvar Freude beeindruckend demonstriert, Zitat:
Jetzt machte Alvar Freude vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) die Probe aufs Exempel, analysierte mit automatischen Verfahren die diversen europäischen Sperrlisten und schrieb die Provider an, auf deren Servern sich laut der Listen kinderpornographisches Material befinden soll. Mit beeindruckender Resonanz: Innerhalb der ersten 12 Stunden nach Aussenden der Mails wurden bereits 60 Webauftritte gelöscht.
Mit automatischen Verfahren löscht ein einziger Aktivist innerhalb von 12 Stunden 60 Webauftritte dauerhaft, während Ursula von der Leyen noch mit ihren Internetausdruckerfreunden Unfug diskutiert. Ich erwarte, dass das BKA mehr kann als irgendein Alvar Freude. Ich erwarte, das ein BKA mindestens dasselbe tun kann und nebenbei auch noch die Verantwortlichen finden und fassen kann. Und das bitte ohne von der Politik zur Zensur auf Zuruf ermächtigt zu werden.
Ich schliesse mich in diesem Rahmen der rennomierten Gesellschaft für Informatik an die in ihrer Stellungnahme erklärt:
Die Gesellschaft für Informatik e.V. fordert die Behörden daher nachdrücklich auf, unverzüglich gegen die ihnen bekannten Provider von Kinderpornografie strafrechtlich vorzugehen, die relevanten und behördenbekannten Server stilllegen zu lassen und ebenfalls gegen alle diejenigen strafrechtlich vorzugehen, die kinderpornografische Inhalte gezielt abrufen und tauschen.
Zurück zur Europawahl: Die Internetausdrucker sitzen zu weiten Teilen in der CDU Fraktion. Das muss man nicht wählen.
Frohes Fest.
Elekktroshokk Festival 2008.
von -jl- am May.05, 2009, unter Festival, Musik, video
Zur Vollständigkeit das Video, das ich bereits auf dem Straftanz Myspace profil gepostet habe.
Toilettenpornographie.
von -jl- am Apr.13, 2009, unter Spass, werbung
Das ist mal ein recht auffälliger Name für einen Beitrag. Ja. Toilettenpornographie. Ich meine hier jedoch nicht das Filmen sexueller Handlungen auf dem Klo, sondern das zeigen solcher Aufnahmen auf einer Herrentoilette. Auf einem Großbildschirm hinter den Urinalen. Eine kontraproduktive Sache, sorgt doch die häufig die, dem Konsum solcher Inhalte folgende Erektion, für eine erhebliche Erschwerung der Harnentsorgung. Aber von eben einer solchen Aufführung wurde ich gestern Zeuge und ich kann sagen, dass mich das nachhaltig beeindruckt hat. In der Tat hatte das nichts mit dem Inhalt des Filmes zu tun, der darin Bestand, dass vier Frauen farbenfrohe Gegenstände in ihren Körperöffnungen versenkten. Vielmehr war es die Situation und nicht zuletzt der elektrische Papierhandtuchspender, der das erlebte jener Kategorie von Dingen zuordnete, die mein Kollege Ernst Brecht “wtf!?” nennen würde. Vermute ich.
Ich trete also in diese Toilette und sehe an sechs Urinalen zwei Männer beim verklappen, während drei weitere auf irgendwas warten. Ein Sekunde lang überlegte ich, ob das Ingorieren der Wartenden den Eindruck machte, ich wolle mich vordrängeln, nehme aber dann aber eines der Urinale in Anspruch. Offensichtlich war ich zu beschäftigt über die Nachteile dieser Installation nachzudenken um die Wahrheit zu erkennen. Die technische Schwierigkeit einer angeschwollenen Prostata die den Harnweg erheblich verengt und der daraus resultierende Unsinn eines Pornokinos auf der Toilette beschäftige mich derart, dass ich das Offensichtliche nicht erkannte: Die Drei Männer warteten nicht. Sie schauten den Film. Die Erkenntniss ereilte mich nach dem Händewaschen, als der elektrische Handtuchspender die Werbeanzeige eines Fachhändlers für Anhängerkupplungen in meine nassen Hände ächzte und ich mich fragte, ja, fragen musste: Ist das Werbung oder eine Anleitung? Mit trockenen Händen verliess ich den Raum und trat in eine neue Welt.
Endlich sieht das mal gescheit aus, hier.
von -jl- am Mar.22, 2009, unter Intern
Ich wollte das schon vor neun Wochen tuen, aber besser spät als nie. Ich habe dieser Seite an Wochenende mal eine Frischzellenkur verpasst und eine Menge Balast abgeworfen. Die alte Gallerie war über und ist geschlossen, die Seite sieht ein wenig netter aus und letztlich wurde ein wenig Funktionalität für Jana hinzugefügt. Zukünftig geschieht hier wieder ein wenig mehr, also schön den Feed abonieren und mitfreuen.
Gothic Lifestyle!
von Jana am Jan.08, 2009, unter Medien, foto

Gute Güte! Ihr seid zu früh! Hier sollte jetzt eigentlich irgendwas, was für Leute die dieses großartige Gothic Lifestyle Heft gekauft haben und in der Tat diesem Link da drin gefolgt sind, stehen. Und was gibt es zu sehen? Mich, versteckt.
Also, nächste Woche oder so mal wieder reinschauen, dann steht hier was relevantes und dann sieht das auch spannender aus und damit ihr das auch wirklich tut zeige ich Euch nackte Brüste. jl und ich arbeiten daran. An der Seite, nicht an den Brüsten. Oder kommt am Samstag mit ins Lurie und gebt mir ein aufregendes Wasser ohne Eis aus.
Herzlichst. Jana.
